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| Heute: Indien |
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Heute: Indien 2. Teil Die Meldung des Tages entnehme ich meiner Lieblingslektüre „The Times of India“: Kein Platz für Indische Astronauten in der Challanger. Die Times ist ein wenig abused about the Fact, das die NASA keinen Inder auf ihrer nächsten Mission mitnehmen wollen. Und das, wo die Inder doch mit ihrer tollen Chandrayaan-1, für die gesamte westliche Welt (USA und EU), Sonden, von Bangalore aus in die Umlaufbahn des Mondes schießen wollen. Headline Today: Die armen Inder. Sie wollen so gerne so sein wie der Westen, am besten die gleiche Anerkennung wie Amerika genießen.
Anzeichen dafür gibt es so viele: Das Fernsehprogramm (HBO; SKY, Discovery), die Times (News über die Queen, Beleuchtung des Eifelturms), die ganzen Weltkonzerne mit ihren Facilitys in Bangalore (Siemens, ABB, HP; Timex, Nokia, usw.), die ganzen westlich aussehenden Models in den Werbespots (Hellhäutig, immer in Jeans), das ganze „Good Morning Sir, nice to meet you.“, die Bauten von Corbusier, die kaputten Daimler auf der Strasse; die „Shopping Malls“ mit ihrem verrosteten Interieur, in denen die Obdachlosen schlafen; der ganze oberflächliche Mist, der nur so lange aussieht, als wäre aus dem Westen, bis man ihn umdreht.
Ich habe keine Vorstellung davon, wie viele Menschen hier in völliger Armut leben, nur um einen wenigen den Traum zu ermöglichen, wie im Westen zu leben. Die Wahrheit hat aber Jeff, ein SAM aus meiner Firma einfach auf den Punkt gebracht. Als ich fragte, warum wir hier 200 Leute beschäftigen, sagte er zu mir: „We pay them shit!“ Und das läuft dann Folgendermaßen ab: Der Westen beutet das Land aus, das Land die Menschen und diese dann die Armut. Durch das starke Wachstum, die Investitionen die der Westen in den letzten Jahren hier getätigt hat, haben die Menschen keine Möglichkeit mit zu wachsen. Die Folge davon ist der Gap. Einige schaffen es dem Tempo der Entwicklung mit zu halten, der Rest bleibt auf der Strecke. Ausgerechnet IT? Der Produktzweig der sich am schnellsten weiterentwickelt und verändert? So what? Wenn ich mir Bangalore vorstelle, vor zehn Jahren gewesen ist; als der ganze Hype noch nicht da war; bevor die Hotel Zimmer noch 200 USD gekostet haben; bevor hier noch Niemand gewusst hat was ein Computer ist , und die Protzbauten mit ihrem gefakten amerikanischen Stil, noch nicht existierten; hier noch keine Produkte produziert worden sind, die nicht im eigenen Land verkauft werden dürfen; kann ich mir die Stadt mit einem gewissen Charme vorstellen.
Heute wissen die wenigen gut bezahlten Leute, das sie Rennen müssen. Sie müssen eine Entwicklung nachholen die das Land vor 100 Jahren verpasst hat.
Denn das hier, ist das Mittelalter, die Scheisse schwimmt auf der Strasse und die Cholera ist im Trinkwasser. Und sie tun alles, um es nicht zu offensichtlich zu machen.
Die paar, die die Chance haben, für eine westliche Firma arbeiten zu dürfen, ruhen sich darauf aus das sich die Armen damit abfinden nicht einer höher gestellten Kaste anzugehören, sich ihrem Schicksal ergeben.
Und das schönste dabei ist: Die, die glauben es geschafft zu haben, haben es nicht. Denn: “We pay them Shit!” Wenn ich in der Zeitung lese, das Indien plant einen Astronauten ins Weltall zu schießen, hört sich das für mich an, als würde ich, das ewig besoffene Schwein Pimpky, von einem LKW angefahren im Strassengraben finden; und es erzählt mir, das es beim fliegen abgestürzt ist. Es ist nicht so das ich die Freundlichkeit der Menschen nicht zu schätzen wüsste, es ist auch nicht so das ich Angst haben muss die Nebenstrassen zu betreten, oder mich unsicher fühle, ich glaube einfach nur das Bangalore mehr Zeit braucht um sich von dem Schock zu erholen, das es eventuell von uns gebraucht wird | ||
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Ok, Ok. Irgendetwas ist wohl schief gelaufen. Damit meine ich nicht, das ich auf dem Flug eingeschlafen bin, das mache ich eigentlich immer. Der Fehler war wohl eher das ich mich auf diesen Trip eingelassen hatte und im Flieger noch von der heilen Welt geträumt habe. Bangalore? Was denn? Indien? Na gut was soll’s. Wenigstens ist es Bangalore, dachte ich zu dem Zeitpunkt noch. Doch nach der Landung wurde mir sehr schnell klar das ich in „Disisnopob“ gelandet war. Landung mit LH 754 planmäßig 23:50 Ortszeit, 28 Grad. Eine Hitzewelle wie es sie in Indien seit Jahren nicht mehr gegeben hat, hat das Land fest im Griff. Ich mag es warm. Irgendwie finde ich meinen Driver am Airport und der bringt mich auch irgendwie ins Hotel. Koffer auf das Zimmer, die Klimaanlage läuft, wenn ich den Vorhang beiseite schiebe schaue ich auf ungeschalte Beton-Elemente aus denen in alle Richtungen verbogene Bewährungsstähle herausschauen. Ausgebombt oder Rohbau denke ich noch, und ziehe die Vorhänge wieder zu. Was soll’s ich bin ja eh nur unterwegs, und wenn ich aus dem Office komme liege ich am Pool bis mir schlecht wird. Kurzer check der Minibar: Leer!!. Das erst „Boah nee“ und meine Nerven spannen sich an. 10 Sekunden später stehe ich an der Hotel Bar: „Can you please prov „This is not possible Sir“. „What??“ Ich verstehe nur „Disisnopob“. Weiteres nerven des Bar-Personals führt zu keinem auswertbaren Ergebnis. Außer das ich mich weiterhin in „Disisnopob“ befinde und das irgendwo in Indien liegen muss, denn einer sagte zu mir: “You are in Bangalore now, Sir” Also, Motzig aufs Zimmer, das hatte ich seit 33 Jahren nicht mehr, als ich einer 6 Mathe Nachhause gekommen bin. Was soll’s, dann bin ich Morgen wenigstens fitt und mache am Pool die Piz Buin Stellung bis der Hautkrebs Metastasen an den Nieren bildet. Nur noch mal eben durchs Programm gezappt: HBO? Wie geil ist das denn? Discovery Channel? National Geographic? Sky Channel? CNN? ESPN? History Channel? Animal Planet? Fuck the Hell!! Wo liegt das eigentlich dieses “Disisnopob?” Als ich dann die Anderen 87 Programme (KEIN WITZ!!) durchzappe wird mir allerdings wieder Klar: Doch irgendwo in Indien. Auf den restlichen Programmen wird nur getanzt und gesungen oder merkwürdige alte Männer in bunten Fummeln, mit Räucherstäbchen in den Haaren malen sich mit Asche Zeichen ins Gesicht und wie Football Spieler sehen die nun wirklich nicht aus. Der nächste Morgen geht mit schlappen 26 Grad ins Rennen. Schnell die Aldiletten an, Lanchaster Sonnenmilch (UV 20) und No Bite auf die Haut, alles Brauchbare in meine original British Millitary FAK Tasche geworfen, bereit mir den Sonnenbrand meines Leben am Swimmingpool zu holen, an dem in bunten Gläsern mit keinen Schirmchen Cocktails serviert werden, die in Deutschland unter das BTM Gesetz fallen würden. Wäre ich nicht in „Disisnopob.“ In der Halle begrüßt mich ein äußerst freundlicher Einheimischer: „Hallo Sir, what are your Plans for today?“ „I want to go to the Swimming pool!“ „Sorry Sir, but Disisnopob! We don’t got a Pool!” „What??“ Komisch, ich muss gestern doch noch was zu trinken bekommen haben, ich verstehe kein Wort. „Are you going to tell me that I pay 200 USD per Night, for a 5 Star Hotel without a Swimming pool?” Durch das leicht hysterische Gekreische an der Retze wird ein Moklereiflüchtling ( Jack, wie sich später herausstellt kommt aus Schweden, integriert für Volvo in der Nähe von Bangalore ein neues CRM System für seine Firma. Er fühlt sich nach drei Wochen Aufenthalt in Bangalore ein wenig depressiv. Er redet oft davon, das seine Firma ihm angeboten hat, für ein halbes Jahr hier zu bleiben und fragt mich öfter, was er wohl dafür Verlangen könnte. Sein Lieblingssatz ist: „I count every Second to get away from here“. Ich glaube nicht das Volvo soviel bezahlen kann. Aber er kennt ein Hotel mit einem Pool und das mach Ihn wieder interessant. Wir nehmen ein Taxi und finden den Pool. Zeit sich doch mal der einheimischen Presse „The Times of India“ zu w Die Headlines: Indien ist der größte Software Produzent im asiatischen Raum. Indien hat hinter China das weltweit größte Wirtschaftswachstum. Hitzewelle ungebrochen. Heute werden 46 Grad erwartet. Samstag gab es 52 Tote. Bangalore expandiert auf 6.75000 Einwohner, die 7.000000 Grenze, wird Ende des Jahres überschritten. Und ein kleiner Artikel: Mann verbrennt Tochter, weil sie Ihm den Sex verweigert. Eine Kinderhilfsorganisation klagt den Mann an und er wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Tötung seiner Frau, die er aus dem selben Grund kurz vorher verbrannt hatte, wird bei dem Gerichtsurteil nicht berücksichtigt. Wo kein Kläger, da kein Schuldiger. Ich Frage Jack gegen Abend ob er noch etwas unternehmen will, er schüttelt nur den Kopf. Er empfiehlt mir mit einem TuckTuck zur Brigade Street zu fahren, das wäre nur 6 Minuten vom Hotel entfernt. Ich schlage vor zu Laufen, und frage ob er mich begleiten möchte. Jack schüttelt wieder den Kopf: „I’m sick of the fucking gap“ Also gehe ich die paar Meter eben allein. In Hotel bricht alle 10 Minuten die Stromversorgung zusammen. 6.75000 Einwohner, die bei 46 Grad die Klimaanlagen auf vollen Touren laufen lassen überfordern jede Stromversorgung. Die anderen, die in der Statistik nicht erfasst werden, dehydrieren auf der Strasse und tauchen höchstens noch in der Tageszeitung als Verluste auf. Ich wühle mich durch zur Brigade Street. 19:30, es ist Stockdunkel. Also, wenn man auch viel über Bangalore erzählen kann, das drinnen und draußen Prinzip funktioniert hier am besten. Drinnen ist im Hotel oder in der Firma oder im Auto. Drinnen ist dort, wo Boy’s im Livree für 5€ an Tag, versuchen stundenlang alles auf Hochglanz zu polieren, auch wenn es vollkommen Sinnlos ist, wo man aus dem Pool steigt, direkt einer da ist, um die Pfützen wegzuwischen, wo an jeder Eingangstüre mindestens zwei Leute stehen um sie auf zu halten, wo ich auf der Toilette das Handtuch gereicht bekomme, wo mir nicht erlaubt wird mein Laptop selber zu tragen, wo auf jedem Treppenabsatz ein Security Mann steht; und beobachtet wie ich in das Zimmer herein und heraus gehe, wo es in jedem Raum eine Klimaanlage gibt, wo das Bier so kalt ist das man es kaum trinken kann. Draußen ist dort, wo der ganze Abfall landet. Wo sich Affen durch den Müll wühlen, um den Hunden zuvor zu kommen, wo du die andere Straßenseite nehmen musst, weil sich der Dreck sich so hoch stapelt, das man bis zu den Knien versinkt, wo du aus versehen auf jemanden Treten kannst der auf dem Boden liegt, weil du von der von der Auslage von Lacoste abgelenkt warst, Starkstromkabel unisoiert in der Gegend herum liegen, wo du von dem Gestank der Zweitakter keine Luft mehr bekommst, wo es auch Nachts noch so heiß ist, das sich die Ratten zum schlafen auf die Strassen legen. Und zur Brigade Street waren es nur 20 Minuten hin und 20 zurück. Und Jack hat das alles verpasst. Am Tag darauf ist etwas kühler. Ich wundere mich und bemerke scherzhaft das ich mich wohl an das Klima gewöhnt habe, mir geht es merklich besser. Wir stehen auf dem Balkon meiner Firma im sechsten Stock und rauchen in der Pause. Le Eine Stunde später fängt es an. Aber es Regnet nicht. Irgendetwas steht über uns und entleert für jeden Quadratmeter Boden ein Swimming pool mit 150 Litern Wasser über uns. Alles, was sich vorher auf dem Balkon befunden hat, einschließlich des Mülleimers, der schon zur Hälfte gefüllt war fliegt mit einer Böe über die Balustrade und scheppert an der Fassade des Gebäudes herunter. „Is this normal?“ frage ich. Alle grinsen mich an. „It is just rain.“ “Will it end some when?” “Yes for sure! In two Month…” Es scheint so als hätte der Monsum dieses Jahr seinen Termin verpasst. Was ein Glück für mich, ich hatte schon Angst am Wochenende einen neuen Pool finden zu müssen. | ||